Lies es nicht!

Sind Sie unzufrieden mit der Berichterstattung in den Nachrichten? Wundern Sie sich, wieso so viele Medien sich plötzlich einig sind, wenn es gegen eine Einzelperson geht? Sind Sie es leid, sich nach jedem in der Buchhandlung gekauften Roman zu ärgern, dafür Ihr Geld auf den Tisch gelegt zu haben? Wollen Sie wissen, was Sie dagegen tun können?

Es geht um Leserverantwortung bei der Auswahl der von ihnen konsumierten Medien, aber auch um die Diskussionskultur im Netz, so wie Berichterstattungsmethoden der großen Magazine und Tageszeitungen. Wer macht die Medien und wieso muss ich als Leser mir Gedanken über den Kauf eines Buches machen, das mir vielleicht gar nicht gefällt? “Lies es nicht!” ist die entscheidende Aufforderung an den Schnellkäufer von Heute.

“Lies es nicht!” ist ein wachrüttelnder Aufruf, ein Pamphlet und auch eine Anschuldigung. Sie sind der Verantwortliche und Sie haben versagt. Und nun setzen Sie sich mit dem Thema auseinander, indem Sie dieses eine Buch kaufen und – entgegen des Titels – lesen.

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1. Auflage / 25.04.2012

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Stimmen:  Lies es nicht! A reminder of consumer-power

Leseprobe

Wenn die Geschichte erst einmal in den Printmedien zu lesen ist, ist es für den Betreffenden zu spät, den Schaden zu begrenzen. Dann muss er sich im schlimmsten Falle einen Anwalt nehmen, denn Gegenmeinungen werden bei durch Medien aufgeputschten Skandalen schnell zu Rufmord oder führen zu Drohungen, Belästigungen oder Schlimmeren. Das größte Tagesmagazin der Republik ist dafür bekannt, dass es die Persönlichkeitsrechte immer wieder verletzt, in dem es diese vermeintlichen Skandale mit Fotos oder persönlichen Details ausschmückt, die hässlichste Seite des Journalismus.

Ähnlich zweifelhafte Berühmtheit erlangen oft Überlebende von Unfällen oder Naturkatastrophen und auch hier werden Fotos verwendet, wie der betreffende Redakteur es in dem Moment für richtig hält, nicht etwa das Unfallopfer. Denn Zivilisten sind für einige Medien Menschen, die man nicht um Erlaubnis fragen muss. Wenn man den Prominenten schlecht darstellt und damit seine Karriere gefährdet, wird er sich wehren und das kann teuer werden, der Zivilist an sich wehrt sich selten, gerade nach einem Unfall ist er dazu oft gar nicht in der Lage, beziehungsweise hat ganz andere Probleme, wenn zum Beispiel seine Familie bei dem Unglück ums Leben gekommen ist. Man traut sich, sein Foto ohne Nachfrage zu verwenden und persönliche Details zu veröffentlichen, weil man keine Strafe fürchten muss. Und wenn doch jemand klagt, zahlen das große Zeitungen oft aus der Portokasse.

Dass Tageszeitungen und ihre Online-Pedante zu Subjektivität in der Berichterstattung neigen, das dürfte jedem bewusst sein, der in den letzten zwanzig Jahren eine Zeitung aufgeschlagen oder -geklickt hat. Neu ist, dass einige der Magazine durch das gegenseitige Abschreiben immer öfter zu den gleichen subjektiven Rückschlüssen gelangen zu einem Thema, oder von der gleichen Lobby profitieren. Wenn nun also eine Einzelmeinung in zehn Magazinen gleichzeitig erscheint, neigt der Leser dazu, sie als wahr und richtig anzusehen. Dieses Phänomen wird durch die angebliche Schwarmintelligenz der Internet-Leser verstärkt, die dann diese Meinung nicht selten als ihre eigene ansehen und weiterverbreiten.

Natürlich liest nicht jeder eine Schlagzeile als wahr und unumstößlich, doch wer es tut, sitzt in den meisten Fällen einer Massenverirrung auf. Wenn zehn deutsche Zeitungen heute noch berichten, dass ein Raumschiff am Grunde des Mariannengrabens gefunden wurde, als eine Filmcrew zufällig bei Dokumentationsarbeiten an einer unerforschten Stelle tauchte, steht für die meisten Leser fest, dass ein Raumschiff gefunden wurde. Sie können ja nicht selbst hinunter tauchen und nachsehen, da liegt das Informationsproblem. Es wird natürlich Zweifler geben, aber möglicherweise werden sie sich in einem Forum zusammenfinden, in dem sonst nur offensichtliche Verschwörungstheorien diskutiert werden.

Rechtliches:

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